15. Sammelblatt - Die Geschichte der alten Ringerhalle

Die alte Ringerhalle, von der Maximilianstraße aus gesehen
Das Foto zeigt die Ringerhalle Mitte Dezember 2010 von der Maximilianstraße aus.

Bis zum Bau dieser Ringerhalle hatte der SV Siegfried(SVS) im Gasthaus Stegherr gerungen. 1964 beschloss der Deutsche Schwerathletik Verband die Gründung einer Bundesliga, für die sich der SVS qualifizieren konnte. Für die Bundesliga war eine 8x8 Meter große Matte vorgeschrieben, die im Stegherrsaal nicht unter zu bringen war. Der Verein erhielt deshalb eine Sondergenehmigung auf ein Jahr, seine Kämpfe auf einer 6x6 Metermatte aus zu tragen.

Am 3. Januar 1965 hat auf Vorschlag des damaligen Vorsitzenden Ludwig Gruber der Vorstand beschlossen, eine vereinseigene Halle zu bauen. Der Kassenbestand betrug DM 2000. In seiner Sitzung am 8. Januar 1965 beschloss der Gemeinderat dem Vorhaben des SVS, die Errichtung einer Sporthalle beim Gasthaus Stegherr in Hallbergmoos zu genehmigen.

Der Bau wurde nur möglich, da dem SVS durch Karl Stegherr der Bauplatz im Wert von DM 20.000 überlassen wurde. Dazu wurde am 27. April ein Erbbaurechtsvertrag zwischen den Eheleuten Stegherr und dem 1. Vorsitzenden des SVS, Ludwig Gruber geschlossen, der eine Laufzeit von 99 Jahren hatte und am 31.01.2064 enden sollte. Stegherr hatte  auch noch ein kleines Grundstück  dazu erworben, das für den Bau erforderlich war und mit übertragen wurde. Der Gastwirt Stegherr versorgte zudem auch die freiwilligen Arbeitskräfte mit Essen und Getränken.

Die gesamte organisatorische Abwicklung wurde durch den damaligen 1. Vorsitzenden Ludwig Gruber getätigt, der sich auch insbesondere der Finanzierung über Spenden annahm. Es wurden ungefähr 6000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, davon 482 durch Ludwig Gruber. Am 26. Mai beschloss der Gemeinderat einen Zuschuss von DM 10.000 für den Hallenbau zu gewähren unter der Bedingung der mindestens fünfjährigen Nutzung durch Schulkinder. Am 15. August desselben Jahres konnte der Eröffnungskampf gegen eine Stadtauswahl aus Bordeaux stattfinden. Die Baukosten betrugen ungefähr DM 39.000, die weitgehend durch Spenden aufgebracht werden konnten. Am 17. August beschloss der Gemeinderat, den DM 10.000 Zuschuss ohne Bedingung zu gewähren.

Am 24. August 1976 bat der SVS die Gemeinde um DM 205.000 für den Hallenumbau. Bürgermeister Gruber betonte, dass ein so hoher Betrag nicht möglich sei, weshalb der Gemeinderat keinen Beschluss fasste.   Am 21. September desselben Jahres wurde vom Gemeinderat beschlossen, dem SVS DM 50.000 für den Umbau zur Verfügung zu stellen, sobald es die Haushaltslage zuließe. Ein knappes Jahr später, am 28. Juni 1977 beschloss der Gemeinderat den zugestandenen Betrag von nun DM  85.000 noch 1977 auszuzahlen, soweit es die Haushaltslage zuließe.

Mit Schreiben vom 3. April 1978 bat der damalige Vorsitzende Kurt Böhm die Gemeinde um Genehmigung eine Haussammlung durchführen zu dürfen, da nach elf Monaten Bauzeit der Hallenerweiterungsbau der Vollendung entgegen gehe. Darin wurde bestätigt, dass die gemäß Finanzierungsplan vorgesehenen DM 95.000 an Arbeitsleistung aufgebracht werden, da bisher DM 60.000 an Arbeitsleistung sowie DM 21.920 an Spenden aufgebracht wurden.

Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass der SVS für den Innenausbau plane, einen Parkettschwingboden sowie an beiden Stirnseiten hydraulische Klapptribünen einzubauen, damit die Halle in ihrer gesamten Fläche für den Schulsport nutzbar werde. Daraufhin beschloss der Gemeinderat am 18. April einen nochmaligen Zuschuss über DM 15.000 zu gewähren, da die Halle auch für den Schulsport zur Verfügung stehe. Die Haussammlung wurde ebenfalls genehmigt.

Am 1. April 1980 erhielt der SVS DM 36.000 für die Bodenerneuerung und am 15. Juli desselben Jahres DM 15.000 für die Turnhallennutzung durch die Schule. Etwa ein Jahr später, am 12. Mai 1981 wurde dem SVS der Kanalanschlussbetrag als Zuschuss gewährt.

Mit Beschluss vom 28. März 1983 wurde die Miete für die Ringerhalle auf DM 25.000 erhöht.

Mit der Fertigstellung der Dreifachturnhalle 1991 mit Mattenraum, Sauna und Kraftraum nutzte der SVS fortan die neue Halle. Entsprechend dem Beschluss vom 23. März 1992 erklärte der Gemeinderat, dass vor der Sanierung der SVS-Halle noch Fragen zu klären seien.

Ab 1. Dezember 1994 bis ins Jahr 2000  pachtete der Geschäftsmann Hippele die Ringerhalle, um sie für den Badmintonsport mit vier Plätzen zu nutzen.

Im Juli 1997 wurde der Grundbesitz durch die Eigentümerin Frau Marek dem damaligen SVS-Vorstand überlassen.

Mit Gemeinderatsbeschluss vom 9. Oktober 2000 wurde die Ringerhalle ab 1. Januar 2001 für eine Monatsmiete von DM 5000 für Durchführung von Sportbetrieb und kulturellen Veranstaltungen angemietet. Reparaturen sollten zu Lasten der Gemeinde gehen. Dieser Mietvertrag endete zum 31.12.2004.

Am 30. November 2000 veranstaltete ein überparteiliches Aktionsbündnis einen ausverkauften Abend mit der Biermösl Blosn und Gerhard Polt wegen des FMG-Antrags auf Ausweitung der Nachtflugregelung.

Ab 2005 erhält der SVS auf Beschluss des Gemeinderats einen Betrag von jährlich € 25.000 zur Verwendung für den Erhalt der derzeitigen Leistungsstärke und zwar solange der Verein der 1. Bundesliga angehört. Im September 2005 wurde die Ringerhalle für die Nachfeier des 175-jährigen Ortsjubiläums genutzt.

Danach pachtete der Wirt des Theresienhofes die alte Ringerhalle als Abstellfläche für Kfz.

Nicht vergessen werden sollte, dass die Ringerhalle auch Veranstaltungsort der beliebten Ringerbälle war, zuletzt am 21. Februar 2009.

Auf der Grundlage eines im Juli 2009 erstellten Gutachtens erwarb die Gemeinde nach Zustimmung der Mitgliederversammlung vom 27. November 2009 die alte Ringerhalle für € 360.000, um langfristig die Anbindung von Hallbergmoos-Mitte zu gewährleisten.

Am 30. Oktober 2010 diente die alte Ringerhalle ca. 120 Einsatzkräften für eine Brandschutzübung.

Zum Abschluss bedanke ich mich bei allen, die durch ihr  Mitwirken zur Erstellung dieses Sammelblattes beigetragen haben. Einen Teil der Unterlagen verdanke ich dem langjährigen 1. Vorsitzenden des SVS, Ludwig Gruber, der von 1966 bis 1984 auch als 1. Bürgermeister fungierte.

 

Karl-Heinz Zenker
Hallbergmoos im Januar 2011