4. Sammelblatt - Kassenbücher

Wichtige Daten zur Kulturgeschichte von Hallbergmoos aus den Kassenbüchern des Krieger- und Heimkehrervereins jetzt Krieger- und Soldatenvereins Hallbergmoos.

Die erste Rechnung datiert von der „Veranstaltung eines Tanzvergnügens“ am 3.2.1952 vom Landratsamt Freising über DM 29,90, die auch an den Landpolizeiposten Hallbergmoos und die GEMA ging. Letztere erstellte eine Rechnung über DM 14,40. Zusätzlich stellte die Gemeinde Hallbergmoos eine Rechnung über je DM 9,70 Vergnügungssteuer und Notgroschen, insgesamt also über DM 19,40 aus. Die Musikkapelle Rampf, bestehend aus vier Mann, erhielt für sechs Stunden Musik DM 60.

Ein Kranz mit Schleife wurde am 5.12.1952 von Birkeneck mit DM 12,- in Rechnung gestellt. Die Rechnung der Kunststickerei Auer München über Fahnenrestaurierung vom 17.12.1952 mit Schärpen und Hülle lautete über DM 874.- Dazu wurde im März und April 1953 eine Sammlung durchgeführt, die das stolze Ergebnis von DM 625,50 einbrachte. Am 28.Juni 1953 wurde das 80-jährige Stiftungsfest durchgeführt, dazu wurden für 79 Essen DM 119,90 an das Gasthaus Stegschuster gezahlt, nämlich 77xDM 1,50 und zweimal DM 2,20. Der erste Bierpreis mit 90 Pfennig für einen Liter Bier datiert vom 14. Februar 1954 von der Gastwirtschaft Kaindl.

Die Erlaubnis zur Veranstaltung eines Tanzvergnügens durch das Landratsamt Freising für den 24. Januar 1954 kostete nun DM 34,90, da sich die Wohlfahrtsabgabe um DM 3.- auf DM 10.- sowie die Ausnahme von der Sperrstunde von DM 3,80 auf DM 5.- und die Auslagen von DM 0,30 auf DM 1,10 erhöht hatten.

Der Kranzpreis am 7. Dezember 1954 beträgt DM 14.-, am 5. Januar 1956 aber wieder nur DM 12,50.

Ein Schmuckstück stellt die handschriftliche Rechnung des Landratsamtes Freising vom 21. Januar 1954 für die Erlaubnis zur Veranstaltung eines Tanzvergnügens – gestochen scharf mit Tinte geschrieben und zugestellt mit altem Nachnahmekuvert, noch auf Reichsmark lautend, sowie der obligatorischen Notopfer-Berlinmarke, zugestellt an die Anschrift Hallbergmoos Nr 24 1/3, dar.

Tanzlustbarkeits-Erlaubnis vom 1. Februar 1957

Eine Drucksache, gerichtet an den Krieger- und Heimkehrerverein Hallbergmoos ohne Hausnummer kostete 1955 sieben Pfennig. Auf der Rechnung vom 9. Dezember 1956 von G. Stegschuster taucht erstmals ein Bierpreis von DM 1.- für einen Liter auf, eine Semmel kostete 7 Pfennig und eine Brotzeit mit Brot DM 1,10.

Die Brot- und Feinbäckerei Schröppel hat 1956 die Telefonnummer 25, die Bäckerei und Feinbäckerei Weiss 1957 die Telefonnummer 3. Für eine Omnibusfahrt nach Altötting werden am 10. Juni 1956 für 41 Personen je DM 6,50 bezahlt.

Für die Genehmigung einer Tanzlustbarkeits-Erlaubnis stellt nunmehr die Gemeinde Hallbergmoos am 1. Februar 1957 eine Rechnung über DM 17,50 aus, zuzüglich wie bisher je DM 10 Vergnügungssteuer und Notgroschen. Auch ein Schreibwarengeschäft Meiners hat es 1957 in Hallbergmoos gegeben, wie ein Rechnungsstempel vom 21. Juli belegt. In diesem Jahr wird eine Schreinerhandwerkerstunde mit DM 5 verrechnet. Mit Datum vom 24. Dezember 1957 taucht die Rechnung einer Konditorei Morasch auf.

Am 21. Juli stellte G. Stegschuster eine Rechnung über 764 ! Liter Bier aus. Ein Kranz mit Schleife kostete am 19. November 1958 DM 17,50.

Erstmals am 15. November 1959 kostete ein Liter Bier DM 1,10. Für das 85. Gründungsfest am 29. Mai 1960 wurden für die Musik DM 120 bezahlt. Am 23. Mai 1960 taucht das erste Mal ein maschineller Kassenbeleg vom Kaufhaus Ziegeltrum auf. 1961 lieferte die Gemischtwarenhandlung Th Schröckenbauer Kränze für DM 15. Unter dem 3. Februar 1962 taucht erstmals das Backhaus Weiss, nun mit Telefonnummer 203 auf.

Am 20. Januar 1964 kostete ein Kranz DM 27.-

Ich danke der Vorstandschaft des Krieger- und Soldatenvereins zur Genehmigung der Auswertung der Kassenbücher, aus denen sich interessante Einblicke zur Kulturgeschichte unseres Ortes ermöglichten.

 

Karl-Heinz Zenker
Hallbergmoos, im Februar 2007