Als noch niemand von der Globalisierung sprach, erfolgte der Einkauf weitestgehend noch vor Ort. Dazu gab es gerade bei Bäckereien meistens den Tausch von Getreide und Mehl im Tausch gegen Brot und Semmeln. Bis Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts lieferten dabei die Bauern häufig Getreide bei der Bäckerei Schröppel an. Dieses wurde dann mit einem Aufzug auf den Speicher gebracht, auf dem Boden ausgebreitet um den Winter über zu trocknen. Dazu lagen mehrere hundert Zentner Getreide auf dem extra verstärkten Fellboden und mussten im Frühjahr wieder eingesackt werden, um dann in der Mühle gemahlen zu werden. Nachweis und Verrechnung des Brotes erfolgte über Brotbücher, über die dann das gelieferte Getreide mit dem gekauften Brot verrechnet wurde. Einige Bauern lieferten aber auch bereits zu dieser Zeit bereits das Mehl an, um dafür gebackenes Brot zu erhalten. Die Verrechnung erfolgte ebenfalls über die Brotbücher.
Später erfolgte dann nur noch der Tausch Mehl gegen Brotmarken, die es wie die Abbildungen zeigen, als Gutschein für 2, 3 und 5 Pfund Brot sowie als Gutschein für 1 Pfund Weizenmehl gab. Für letzteres gab es zehn Semmeln.
Beim Tausch Marken gegen Brot/Semmeln musste dann nur noch der Backlohn bezahlt werden, der 20 Pfennig pro Pfund betrug. Dieses Tauschverfahren wurde bis Ende der sechziger Anfang der siebziger Jahre durchgeführt, wobei die Zahl der anliefernden Bauern immer geringer geworden war.
Hallbergmoos im Februar 2008
Karl-Heinz Zenker